Rösti goes Afrika – oder ein Reisebericht

Rösti goes Afrika – oder ein Reisebericht

Ende Februar war es endlich soweit, Rösti goes Afrika, ein von langer Hand geplanter Trip in die Wiege des Kaffees und der Menschheit. Kenia und Äthiopien, Nairobi und Addis Abeba, Zwei Länder und Städte, so unterschiedlich wie Tag und Nacht und doch so gleich.

Auf diesem Exkurs ging es für mich darum, mein Wissen und Verständnis von Kaffee noch weiter zu vertiefen und die neuen Ernten aus Kenia und Äthiopien zu verkosten und zu bewerten.

Da die Ernten alle schon durch waren und die Verarbeitung der meisten Kaffees auch abgeschlossen, ging es hauptsächlich darum, die Qualitäten und Nuancen der neuen Ernten zu verstehen und zu bewerten.

Los ging es also aus dem verschneiten Norden über Dubai nach Kenia, Nairobi. Was für ein Schock, am Abend noch bei minus 10 Grad ins Flugzeug gestiegen und dann in Nairobi 28 Grad und strahlender Sonnenschein. Nun ja, dabei sollte es nicht bleiben aber das soll ja auch kein Wetterbericht werden .

Gleich am zweiten Tag in Nairobi ging es früh morgens zu Dormans, einem der größten Kaffee Exporteure Kenias. Dort begann es dann los mit der geschmacklichen Kalibrierung des 15 köpfigen Teams an einigen High Commercial Kaffees. Es ist kaum in Worte zu fassen, wie intensiv Kenianische Kaffees direkt nach der Ernte sind, einfach sehr viel stärker in allen Nuancen. Sie sind berühmt für Ihre feine und ausgeprägte Säure, aber nach 75 verschiedenen Kaffees in 9 Stunden war es einfach sehr anstrengend, noch alle geschmacklichen Sinne beisammen zu halten.

Der zweite und letzte Tag war für mich quasi ein nach Hause kommen, denn wir hatten die Chance, eine Dry Mill der NKG aus Hamburg (Neumann Kaffee Gruppe) zu besuchen. Eine Dry Mill ist im Prinzip der letzte Verarbeitungsschritt, bevor der Kaffee endgültig in den Sack kommt. Hierbei wird der Kaffee aus dem Parchment, der letzten Haut, die den Kaffee überzieht, befreit. Auch wird der Kaffee hier noch mal maschinell und von Hand nach Defekten durchsucht. Ich habe noch nie in meinem Leben so viel Kaffee aufgetürmt gesehen, und das obwohl ich schon einige Kaffeelager in Bremen und Hamburg gesehen habe.

Auch hier haben wir dann wieder den Großteil des Tages damit verbracht, die Kaffees die für uns bereit gestellt wurden, zu verkosten. Es war für mich erstaunlich, wie professionell und schnell die Leute dort gearbeitet haben ,um die Kaffees für uns aufzubereiten. So wurde der Tag immer länger und länger und die Auswahl an Kaffees immer kleiner. Hier gingen wir nach dem Ausschlussverfahren vor. Jeder Tisch hatte 20 Kaffees zu bieten und die Kaffees, die interessant waren, wurden zur erneuten Verkostung aufgeschrieben. Nach 8 Tischen a 20 Kaffees waren wir dann soweit, dass wir weitere 3 Tische a 20 Kaffees erneut verkosten konnten. Dies ist einfach ein super Verfahren, um sich immer mehr an die Kaffees anzunähern, die einen interessieren und faszinieren. Allerdings war auch hier sensorisch irgendwann Schluss mit den Nuancen, doch durch die Erfahrung vom Vortag und den opulenten Einsatz von neutralen Chips und reichlich Wasser, war dies nicht so eklatant wie am Vortag. Dies war für uns auch schon der letzte Tag in Kenia und am Morgen des nächsten ging es nach Äthiopien, doch wie es da war, erfahrt ihr am nächsten Sonntag. ,

 

 

2018-04-15T19:16:05+00:00 April 15th, 2018|Uncategorized|