Rösti goes Afrika # die zweite….

Der nächste Sonntag ist gekommen, so without much ado….

Also direkt am nächsten morgen war Abflug in den Ursprung überhaupt, dass Mutterland des Kaffees, die Wiege der Menschheit. Äthiopien, genauer Addis Abeba, gelegen auf 2400 Höhenmeter über dem Meeresspiegel, ein Millionen- Moloch in der Keimphase.

Eigentlich waren für die Zeit dort auch ein paar Besuche bei Kooperativen und Farmen angedacht, allerdings war aufgrund von politischen Unruhen Vorsicht geboten. Aber der Reihe nach….

Direkt nach Ankunft in Addis Abeba und doch recht strengen Passkontrollen am Flughafen, ging es ins Labor von Nordic Approach (einem feinen Spezialitätenhändler aus Oslo). Hier war die Kalibrierung der Gruppe angesagt, diesmal allerdings auf feinste Äthiopische Fully Washed Kaffees. Nach zwei Tagen schwerer Kenianischer Kaffees war dies eine willkommene Abwechslung hin zu leichterem Stoff. Es ist wirklich erstaunlich, wie sich der Mangel an Sauerstoff auf 2400 Meter Höhe auf die Geschmacksnerven auswirkt, alles ist ein wenig weniger kräftig und es fällt etwas schwerer, die ganz feinen Nuancen zu erschmecken.

Der nächste Tag war für uns zweigeteilt, am Morgen war das Äthiopische National Museum angesagt und am Nachmittag dann

ein Besuch bei einer Dry Mill von Kerchanshe, einem der besten und größten Exporteure für Äthiopische Kaffees. Es war für mich wirklich eine Freude zu sehen, mit welcher Passion Asnake ( der Leiter der Lokalen Verarbeitungsstationen ) uns alles erklärt hat und welche Ziele sie sich qualitativ gesetzt haben. Ich habe wirklich das Gefühl, dass sich mit Öffnung des Äthiopischen Kaffeemarktes eine Wende hin zu noch fantastischeren Äthiopischen Kaffees vollzogen hat. Faszinierend, wie sehr im Ursprung an immer besseren Methoden zur Aufbereitung gearbeitet wird, die für uns als Kaffee importierende Länder nur feinere und komplexere Kaffees bedeutet.

 

Am nächsten Tag ging es dann nahtlos weiter mit einem Cupping am Morgen bei Geischa Village, einer Melange aus Farm -Kooperative und Exporteur für die Creme de la Creme Äthiopischer Kaffees. Es war eine Offenbarung Kaffees zu trinken, die mit über 90 Punkten bewertet wurden und teilweise um die 100€ das Kilo Grün kosten. Auch hatten wird hier die Chance, die neusten Fermentierungsprozesse mit Hefen und Semi-Waschungen zu probieren. Ich sag nur so viel, der Geruch einer Biotonne, also die angenehme Süße, die diese manchmal verbreiten, die ist wirklich zu schmecken. Ein Fest für die Geschmacksnerven, das in Fachkreisen als Funk in der Tasse interpretiert wird.

Direkt im Anschluss ging es wieder zu Nordic ins Labor, wo wir den Rest des Tages mit weiteren Cuppings und Fachsimpeln über die feineren Nuancen des Morgens verbrachten.

Nach einem entspannten Abend in der wohl berühmtesten Ethiojazz Kneipe ging es an den nächsten und letzten Cupping Tag in Addis Abeba. Das war der Tag, auf den ich mich wie ein kleiner Junge die ganze Reise über gefreut habe, versteht mich nicht falsch, der ganze Trip war fantastisch, aber jetzt waren die Naturals dran, trocken aufbereitete Kaffees, mein persönliches Highlight. Es ist für mich immer wieder eine Wonne, Naturals in jeglicher Form und Ausprägung zu probieren und zu trinken. Eine Komposition aus Süsse, geschmacklicher Tiefe, Tropischen Früchten und FUNK, die mir jedes mal aufs Neue ein riesen Grinsen ins Gesicht zaubert, mich verzaubert.

Das den ganzen Tag, war einfach ein Fest für die Sinne, aber eben auch harte Arbeit, die Konzentration zu halten und sich dem Ideal im Auschlussverfahren immer weiter zu nähern um euch neue Kaffees zu bringen die nicht nur mich begeistern sondern eben auch Euch – und das war das Ziel dieser Reise, nicht nur zu lernen, sondern für euch schmeckbare Ergebnisse zu liefern.

Das war auch schon Äthiopien, aber diese Zeit dort verging so schnell wie Ihr diesen Text gelesen habt, denn wenn man in Kaffee verliebt ist, ihn fühlt, spürt und schmeckt, dann vergeht die Zeit wie im Fluge und man ist schneller zu Hause als gedacht. Mir bleibt an dieser Stelle nur noch übrig zu sagen das so eine Reise für jemanden wie mich immer wieder unheimlich wichtig ist, da es mir einfach ermöglicht hat, noch mehr über Geschmack in der Tasse zu verstehen.

 

Euer Rösti

2018-04-22T19:20:50+00:00 April 22nd, 2018|Uncategorized|